Seit VL Ingrid Landl (VS Wimpassing) und VL Lisa Neugebauer (VS Dominikanerinnen) während ihrer Montessori-Diplomausbildung eine Lernpartnerschaft gegründet haben, tauschen die beiden immer wieder ihre pädagogischen Erfahrungen aus, unter anderem positive Erlebnisse mit klassenübergreifenden Lernpatenschaften beim Übergang Kindergarten-Volksschule, bei der Arbeit an Projekten oder im Leseunterricht. Lisa Neugebauer berichtete weiters von ihrer Arbeit in der 3.Klasse anlässlich des Jubiläums 300 Jahre Maria Theresia, ihrem Besuch im Schloss Schönbrunn, die Erforschung des Schlossgartens und die Aufführung eines Singspieles, bei dem die Wiener Kinder die Kostüme der Wimpassinger Kinder vom Eröffnungsfest ihrer neuen Schule tragen durften.

So kam es in den Sommerferien zu der Idee, auch einmal schulübergreifend einen Projekttag durchzuführen. Die Wiener SchülerInnen sollten die 2.Klasse der VS Wimpassing als „FremdenführerInnen“ durch den Schlosspark führen und ihnen ihr im Vorjahr erworbenes Wissen weiter geben. Durch das Schreiben und Zusenden eines Briefes und einzelner Steckbriefe der Kinder, wurden die ersten Kontakte gleich zu Schulbeginn hergestellt. Am Donnerstag, dem 21.September war es dann endlich so weit. Nach einer Führung im Schloss Schönbrunn warteten die Wimpassinger Kinder gespannt auf ihre neuen Lernpaten. Diese kamen mit Nummernschildern und schnell waren kleine Teams gebildet. Nach kurzen Vorstellungsgesprächen machten sich die Gruppen mit jeweils einem Erwachsenen als Begleitperson auf den Weg durch den Park. Die Wimpassinger Kinder erfuhren, dass der Schöne Brunnen mit seiner Quelle dem Schloss seinen Namen gab, staunten über den großen Neptunbrunnen, die römische Ruine und die Obelisken beim Eingang und kamen an der Wagenburg und dem Schlosstheater vorbei. Bei jeder Station, erzählten die Kinder der 4.Klasse viel Wissenswertes. So lernten ihre jüngeren Paten aus Wimpassing auch, dass der Schönbrunner Tiergarten der älteste der Welt ist und wer die Besitzer des Schlosses waren. Sogar vorbeigehende Touristen zeigten sich begeistert über die jungen FremdenführerInnen und ihre interessierten Schützlinge. Zuletzt trafen sich alle bei der Gloriette, wo es noch kleine Rätselbüchlein zu lösen gab. Als Stärkung hatten die Wiener Kinder noch Mannerschnitten mitgebracht. 

Die Wimpassinger Kinder überreichten als Dankeschön einen als Glückskäfer gestalteten Stein von der Leitha. Damit sprachen sie auch gleich die Rückeinladung nach Wimpassing aus. Im Juni werden sie dann die Wiener Kinder durch ihren Heimatort und zur Leitha führen. Bis dahin wollen die Klassenlehrerinnen durch Briefe und Austausch von Materialien den Kontakt unter den Kindern aufrecht erhalten.